Zum ersten Mal nach Fukushima rollt ein Castor nach Gorleben. In Frankreich waren die Proteste größer denn je, und auch im Wendland sind wieder zahlreiche Blockaden angekündigt. Hier bloggt das Pressebüro der Kampagne x-Tausendmal-quer. Die aktuelle Position des Castors erfahrt ihr auf dem castorticker.
Zum ersten Mal nach Fukushima rollt ein Castor nach Gorleben. In Frankreich waren die Proteste größer denn je, und auch im Wendland sind wieder zahlreiche Blockaden angekündigt. Hier bloggt das Pressebüro der Kampagne x-Tausendmal-quer. Die aktuelle Position des Castors erfahrt ihr auf dem castorticker.
Geschafft! Die Blockade steht, nein, sitzt und liegt seit 13.30 Uhr. Auf dem Weg zur Straße, direkt westlich von Gorleben mussten einige Bezugsgruppen mehr als einmal auf die Polizeikette zu gehen, bis es ihnen gelang, hindurch zu schlüpfen.
Dann aber wird alles gut: Isomatten und Schlafsäcke werden zurechtgerückt, die Strohsäcke bilden die wärmende Schicht darunter. Ein bunter Posaunenchor spielt auf und zaubert ein bisschen Weihnachtsmarktstimmung auf die Straße. Das verstärken etliche Frauen aus dem Wendland, die in der Blockade Kekse und Tee verteilen. Die Initiative X-tausendmal quer hat drei offene Zelte mit Essen aufgebaut, die Kochgruppe Rampenplan hat sich einmal mehr selbst übertroffen und ist innerhalb kürzester Zeit einsatzbereit.
Derweil kommt der Castor nicht voran. Das Wetter und viele kleine Blockadeaktionen halten ihn auf, ob das Verladen in Dannenberg bei den Windböen überhaupt funktionieren kann, ist noch nicht klar. Auf der Straße herrscht sehr gute Stimmung. Rund 1000 Leute sitzen und liegen auf der Straße und hüpfen sich am Rande warm. Über die Infopunkte gelingt es weiterhin, zu der Gruppe dazu zu stoßen, so dass die Blockade noch wächst. Die DemonstrantInnen bereiten sich jetzt auf ihre erste Nacht auf der Straße vor. Foto: Chris Grodotzki/Ruben Neugebauer – visual-rebellion.com
Gegen halb zwölf, kurz vor Mittag, sammeln sich die Gedelitzer Camp-BewohnerInnen: Der Aufbruch zur Transportstrecke steht bevor, gemeinsam wollen sie den Castor auf seiner letzten Etappe blockieren. Über Nacht ist die Camp-Gemeinde weiter gewachsen. Rund 1000 Leute schliefen in kleinen und großen Zelten und in den festen Räumen des Gedelitzer Hofes. Ein Chor gehört zum Camp und übte gestern lautstark und fröhlich die Protestgesänge für die Blockade. Auch den Vormittag über stoßen weitere Aktive zu der Gruppe. Mit vielen der Menschen, die zur Stunde im Polizeikessel bei Harlingen ausharren müssen, rechnen die Sitzblockierer von X-tausendmal quer auch noch. Die Küche musste am Morgen improvisieren, weil das Brot ausging. Mit so vielen hungrigen Essern hatte das erfahrene Küchenteam nicht gerechnet. Aber das köstliche Knäckebrot aus dem eisernen Vorrat schmeckte auch allen, von den selbstgemachten Brotaufstrichen und Marmeladen gab es reichlich.
Marianne schnappt sich zwei Stohsäcke. Jede und Jeder greift an dem großen Berg zu – und nimmt damit persönlich das unverzichtbare Ausstattungsstück für jedeN BlockiererIn mit – notfalls über Stock und Stein bis zu dem Abschnitt der Transportstrecke, den die Initiative X-tausendmal quer ausgeguckt hat.
Noch immer nimmt der Wind zu. Alle haben sich bemüht, ihre Zelte so gut als möglich zu sichern. Wer sein Gepäck in einem der großen Gruppenzelte hat, musste es in der Mitte zu einem flachen Haufen zusammentragen. Wenn die Böen noch stürmischer werden, legen die Zeltwächter auf dem Platz die Zelte flach, damit keines zerreißt oder gar davonfliegt. An der alten Eiche sammeln sich die Bezugsgruppen. Zur Blockade nehmen alle nur das Nötigste mit: wetterfeste Kleidung, Schlafsack und Isomatte, etwas Wasser, den Personalausweis. Natürlich die Strohsäcke. Und dann noch das ein oder andere, was die besondere Qualität der Blockade ausmachen wird. Ein paar Gitarren sind dabei, einige Liederbücher und etliche Sätze Jonglierbälle.
Fotos: Chris Grodotzki/Ruben Neugebauer – visual-rebellion.com
Das Pressebüro in Dannenberg ist jetzt am Wochenende voll besetzt. Es wird viel gelacht und viel gearbeitet in der ehemaligen Gastwirtschaft in der Langen Straße. Die Aufgabenteilung funktioniert prima. Ein Team ist dafür zuständig, den SMS-Verteiler für die Journalisten zu bedienen, die sich gerne auf diesem Weg über die wichtigsten Ereignisse im Landkreis auf dem Laufenden halten lassen. Andere füttern Facebook und Twitter oder verfassen Pressemitteilungen.
Anton sitzt an einem Rechner und verfolgt die Pressemeldungen über die Castorproteste. Wenn er dort Fehler, Ungenauigkeiten oder politisch ärgerliche Nachrichten entdeckt, diskutiert er mit den KollegInnen, ob eine Pressemitteilung von X-tausendmal quer das richtige Mittel wäre oder greift direkt zum Telefonhörer und klärt mit der jeweiligen Redaktion, ob eine Korrektur möglich ist. Im großen und Ganzen ist er sehr zufrieden mit dem Tag: Die Berichterstattung ist vielfältig und überwiegend positiv. Im Büro sind alle ein wenig euphorisch wegen der großen bunten Demonstration am heutigen Tag. Alles hat geklappt. 23.000 Menschen waren da, ein Riesen-Erfolg. Und eine Zahl, die auch das Presseteam immer wieder verteidigt gegenüber nachbohrenden Journalisten. Denn die Polizei will am selben Ort nur 8.000 oder gar nur 5.000 Leute gezählt haben. Aber auf der Seite der VeranstalterInnen haben erfahrene Leute gezählt und vermuten, dass die Polizei sich zu früh auf eine Zahl festlegte. Denn es dauerte lange, bis etwa in der Mitte der Auftakt-Kundgebung die höchste TeilnehmerInnenzahl erreicht war. Am Nachmittag hat Anton eine Pause am Rechner und nutzt sie, mit Pressesprecherin Luise im Auto zum Camp zu fahren. Die Stimmung dort ist ebenfalls sehr gut. Trotz eines Regenschauers und obwohl der Heimweg von der Demo für Viele zu einem kleinen Abenteuer geriet: Die Busse, die die Camp-BewohnerInnen abholen sollten, sind mit der ersten doppelten Busladung im Verkehr stecken geblieben, so dass 200 Shuttle-Bedürftige in Dannenberg lange warten mussten. Sie vertieben sich die Zeit mit lustigen Bewegungsspielen und brachen schließlich zu Fuß in Richtung Gedelitz auf, eine weitere, kleine Demonstration – auch eine der Selbstorganisationsfähigkeit der Castor-GegnerInnen. Unterwegs wurden sie schließlich in mehreren Portionen und deutlich später als ursprünglich gedacht von den Bussen eingesammelt. Wie gut, dass im Camp heiße Getränke und ein leckeres Abendessen für alle warteten. Im Pressebüro in Dannenberg übernimmt das Team derweil eine Serviceaufgabe für eine befreundete Aktion: Den AktivistInnen von der wendländischen Gruppe “Widersetzen” ist es gelungen, mit 2.500 Menschen bei Harlingen auf die Schienen zu kommen und sich dort nieder zu lassen. Per Telefon geben sie ihre Koordinaten und ein paar schöne Zitate zu ihrer Aktion durch. Obwohl die kleinere Initiative mit allen verfügbaren Aktiven auf den Schienen sitzt, erreicht ihre Pressemitteilung so zeitnah die Journalisten. Wann der Castor das Zwischenlage erreichen wird, ist indes weiter völlig ungewiss. Zu den vielen Protestaktionen komme inzwischen auch Unwetterwarnungen des Deutsdchen Wetterdienstes. Möglicherweise machen Sturmböen die geplante Verladung von der Schiene auf die LKW unmöglich. Auf jeden Fall hat das Team im Pressebüro dem großen Dienstplan an der Wand inzwischen weitere Spalten für Montag und Dienstag angefügt. Mal sehen, wie es weitergeht!
Immer voller wird der Platz der Auftaktkundgebung in Dannenberg. Kühl ist es und bewölkt, aber hier sieht niemand verfroren aus. Die DemonstrantInnen sind gut ausgestattet, lachen, begrüßen Bekannte und verwandeln die Fläche in ein Fahnenmeer: so viele Anti-Atom-Sonnen an einem Platz! Tausende stellen sich dem Castor entgegen. Die Auftaktkundgebung tut auch deshalb gut, weil sie endgültig den Unkenrufen eine Absage erteilt, die meinten, in diesem November käme keiner mehr zum Demonstrieren.Eben kam die Durchsage von der Bühne, dass Busse aus 160 Städten unterwegs oder bereits im Wendland eingetroffen seien. Karin steht mitten im Getümmel und winkt gerade noch einem Aktivisten der BUNDjugend zu, der mit drei japanischen Atomkraftgegnern im Wendland unterwegs ist. Einer der japanischen Gäste thematisiert bei seiner Deutschlandreise vor allem die katastrophale Informationspolitik der japanischen Regierung und des Atomkonzernes Tepco. Sein Milchviehbetrieb liegt nur wenige Kilometer von Fukushima entfernt. Informiert über die Katastrophe wurde er aber erst Tage nach der ersten Explosion im Reaktor. Die drei Japaner sind fasziniert von der Vielfalt des Widerstandes in Deutschland und können gut nachvollziehen, dass sich die Menschen auch hier nicht vertrauensvoll und abwartend zurück lehnen wollen, sondern wieder auf die Straße gehen.
Sammelpunkt für Protest-Reisende ist im Wendland die „Essowiese“ gegenüber der namensgebenden Tankstelle. Dorthin fahren auch heute die Trecker, dort klettern die Campbewohner aus ihrem Reisebus. An der Essowiese gibt es rund um die Uhr Infos zur Orientierung im Protest-Landkreis und immer etwas Warmes zu essen. Zu Fuß ziehen die Menschen von hier aus in großen und kleinen Gruppen in Richtung Kundgebungsplatz. Eine Weihnachtsfrau in leuchtend rotem Mantel verteilt kleine Schutzengel aus Papier für die AktivistInnen. Ein bisschen Schutz können sie alle gebrauchen und nehmen dankend an. Möge der offizielle Auftakt für die Aktionen heute gut gelingen und der Castor erfolgreich aufgehalten werden! Ein Feldweg wird Busparkplatz... ... und der Blick in die andere Richtung.
Es ist schon nach 20 Uhr, als Marianne ein bisschen Zeit für eine Ruhepause hat. Wohlig streckt sie ihre kalten, müden Füße in den Mülleimer, den sie auf dem Hof des Bauern Wiese gefunden hat – in ein heißes, eben aufgebrühtes Fußbad. Am Vor- und Nachmittag moderierte sie hier im Camp die halbtägigen Aktionstrainings für NeueinsteigerInnen, parallel zu weiteren Trainings ihrer Kolleginnen und Kollegen des Moderationsteams von X-tausendmal quer. Mit ihren beiden Veranstaltungen ist Marianne sehr zufrieden: Sie waren gut besucht und international besetzt. AktivistInnen aus Frankreich und Luxemburg, aus England und der Schweiz haben mit den hiesigen AtomkraftgegnerInnen trainiert, wie sie sich in einer Räumungssituation verhalten können. Die Teilnehmenden im Training waren von 20 bis 70 Jahre alt, einige erstmals dabei, andere schon mit Castor-Erfahrungen. Und alle sind sich sicher: Sie werden den Castor gewaltfrei und entschlossen blockieren. Ein Teilnehmer des Camps sitzt im Rollstuhl. Er hat schon zu Hause ausprobiert, wie er es der Polizei schwer machen kann, ihn in seinem Rolli von der Straße zu bekommen. Die Stimmung im Camp ist sehr gut, auch ein kurzer Regen am Nachmittag konnte sie nicht trüben und die Hubschrauber der Polizei, die immer wieder oben über den Zelten dröhnen, gehören ein bisschen zum Flair der Aktionstage hinzu. Dazu gehören auch die Journalisten, die immer wieder im Camp unterwegs sind. Zwei der heutigen Aktionstrainings fanden unter Beteiligung der Presse statt. “Das kostet immer extra Zeit, aber es nervt mich eigentlich nicht besonders”, erzählt Marianne lachend. Gemeinsam klären die TeilnehmerInnen, wer fotografiert werden möchte und wer nicht und setzen sich entsprechend ein bisschen um, bevor die Journalisten Aufnahmen machen dürfen. An einem anderen Ort im Camp haben Aktive ihre Ärmel hochgekrempelt und stopfen Stroh in leere Kartoffelsäcke aus Kunststoff. Eine Straßenblockade im November ohne Strohsäcke würde schnell zu gefährlichen Unterkühlungen führen und in jedem Fall weniger Spaß machen. Zwei Teilnehmer testen kurz die Sitzqualität der Säcke, dann werden weitere gefüllt, zugebunden und auf den großen Stapel gepackt für den späteren Transport zur Blockade. Die Zahl der Camp-Bewohnenden zu schätzen, fällt heute schwer. Überall sind Menschen beschäftigt. Zum Mittagessen drängen sich 100 Leute im Essenszelt, während noch nicht alle vom ganztägigen Aktionstraining gekommen sind und die aktiven ModeratorInnen des Camps schon wieder ihre Köpfe zusammenstecken, um zu klären, wie die Bezugsgruppenfindungen weiterlaufen. Jede/r, der oder die neu ins Camp kommt, wird auf den jeweils nächsten Termin hingewiesen, um schnell mit der Idee des Camps und der geplanten Blockade vertraut zu werden und sich beteiligen zu können an den Aufgaben Marianne zieht ihre Füße aus dem Mülleimer. Sie sind wieder schön warm. “Fast wie eine Badewanne”, sagt sie und ist startklar für die nächsten Herausforderungen. Bis sie in ihren Schlafsack kriecht, werden noch ein paar Stunden vergehen.
Rasmus schiebt seine Tastatur ein Stück von sich und runzelt besorgt die Stirn. Er verfolgt im Pressebüro von X-tausendmal quer in Dannenberg die Verlautbarungen der Polizei und die Berichterstattung in den Medien. Von Wasserwerfer-Einsätzen ist die Rede, von Gewaltbereitschaft, von hartem Durchgreifen. Der Polizeisprecher Fabian Hüppe wird in mehreren Medien zitiert:, “Straßenblockaden werden nicht mehr hingenommen”. Er meint damit Aktionen auf der Bundesstraße durch die Göhrde und nicht die von
Im Pressebüro selbst ist es verhältnismäßig ruhig. In der ehemaligen Kneipe in der Dannenberger Innenstadt arbeiten fast ein Dutzend Leute an ihren Rechnern. Alex aus Bremen, der als guter Geist der Gruppe nicht nur die Funktionstüchtigkeit der Computer überwacht, sondern auch für den Schokoladennachschub und andere Einkaufe sorgt, hat für alle gekocht: Nudeln, frischen Grünkohl, köstliche Sauce. Teller klappern, es schmeckt köstlich. Für den Nachschlag sind nur noch verkleinerte Kohlportionen übrig. Die Essenspause ist auch eine gute Gelegenheit, ein paar private Neuigkeiten auszutauschen. Die Pressecrew kommt aus Nord- und Süd-Deutschland, viele kennen sich schon seit etlichen Jahren und Aktionen, manche haben sich aber seit dem letzten Castortransport nicht gesehen. Dann geht es aber auch beim Essen noch um die Bewertung der Eskalationsgefahr. Die Nachrichten vor der Castor-Ankunft waren auch in den vergangenen Jahren oft schon alarmierender als die Realität des breiten gewaltfreien Widerstandes. Dennoch ist wieder allen bewusst: Wenn die Stimmung massiv kippt, wird es auch riskant für die eigene Aktion. Die große gewaltfreie Sitzblockade der Initiative ist eine Aktionsform auch für Menschen, die noch nicht oft irgendwas blockiert haben. Viele Blockade-Trainings und Vorbereitungsgespräche im Camp in Gedelitz schulen die Aktiven in Besonnenheit bei Konfliktsituationen und im bewusstem Umgang mit eigenen Kräften und Grenzen. Viele Male schon war das genau die richtige Vorbereitung für eine kraftvolle Sitzblockade und eine Räumung, die für die Polizei eine Herausforderung, aber nie eine Bedrohung war. Wie auch in den letzten Jahren liegen kleine Flyer für die Einsatzkräfte bereit „Sie sind nicht unser Gegner!“. Fotos: Andreas Conrad und Karin Behr / PubliXviewinG
Freitag morgen, 9.00 Uhr. Der Castor steht nahe der französisch-deutschen Grenze. Überm Wendland lacht die Sonne. Auf dem Zeltplatz des Bauern Wiese in Gedelitz ist das Frühstückszelt voll – und rund um es herum sitzen entspannte Menschen mit einer dampfenden Tasse in der Hand. Es ist ungewöhnlich warm für die Jahreszeit, trocken, sonnig – ideal zum Zelten und Sonnen-Frühstücken. Der heutige Tag steht ganz im Zeichen der Vorbereitung. Das Moderations-Team sitzt an einem Tisch und bespricht noch einmal den Ablauf der großen Bezugsgruppen-Findungstreffen. Karin schreibt auf einen Zettel mit, bis sie losläuft, um das Wichtigste noch schnell auf ein paar Poster zu übertragen. Bezugsgruppenfindung, Blockadetraining, Rechtshilfe. Der Freitag verspricht, nicht langweilig zu werden. Zumal das Frühstücks-Idyll nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass die Anspannung steigt. Tausende von Atomkraftgegnerinnen und -gegnern machen sich heute auf den Weg ins Wendland. Das Camp ist für viele Neuankömmlinge gerüstet. Das Presseteam des Camps erwartet neugierige JournalistInnen und wer Internetzugang hat, wird viele Male pro Stunde gefragt, ob der Castor denn nun in Frankreich losgefahren ist. |
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Geschafft! Die Blockade steht, nein, sitzt und liegt seit 13.30 Uhr. Auf dem Weg zur Straße, direkt westlich von Gorleben mussten einige Bezugsgruppen mehr als einmal auf die Polizeikette zu gehen, bis es ihnen gelang, hindurch zu schlüpfen.
Als es anfängt zu regnen, verteilen einige Aktionsunterstützer flugs Plastikplanen, unter denen die Schlafsäcke schön trocken bleiben. Der Regen dauert aber nicht viel länger als eine halbe Stunde, der kräftige Wind trocknet die Straße und die angefeuchteten Kleidungsstücke schnell.
Von Jutta / X-tausendmal-quer-Pressebüro
Ein bisschen besorgt beobachten die CamperInnen das Wetter. Immer wieder fegen heftige Böen über den Platz. Am Morgen waren alle erleichtert, dass in der Nacht nichts Wichtiges weggeflogen war. Es ist anstrengend geworden, Aktionstrainings und Besprechungen in den großen Gruppenzelten abzuhalten. Der Wind lässt die Zeltplanen knattern und übertönt oftmals die Menschen, die sich darunter verständigen wollen.
Die Bezugsgruppen haben in den letzten Tagen gut durchgespielt, wie sie sich verhalten wollen, wenn eine Polizeikette das Weitergehen erschweret. Ein paar besonders eifrige Aktions-VordenkerInnen hatten im Camp ein paar der „Hamburger Gitter“ aufgestellt, wie sie die Polizei einsetzt, um Menschenmengen zu lenken. Unter viel Gelächter probierten die AktivistInnen gestern Nachmittag und heute morgen aus, wie man diese Gitter geschickt überklettern kann.
Vor allem aber eine große gemeinsame Entschlossenheit. Aus Kapuzen und Schals gucken viele lachende Gesichter – man ist startklar für die nächste Phase dieses Abenteuers und zuversichtlich, mit vielen Hundert Menschen auf der Straße ein starkes Signal und ein sehr lebendiges Hindernis für den Castor und die Atompolitik der Bundesregierung bilden zu können.
Von Jutta / X-tausendmal-quer-Pressebüro
Von Jutta / X-tausendmal-quer-Pressebüro
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