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Aktion Klimarad

klimarad4-fw-kleinAnfang Juni findet in Bonn die nächste Klima-Zwischenkonferenz statt. Rund 15 Studentinnen und Studenten radeln aus Potsdam dorthin. Zwei Wochen, 650 Kilometer, 14 Städte. Mit dabei: Eine Wanderausstellung und jede Menge Protestbriefe, die sie unterwegs sammeln. Was sie auf der Tour erleben, bloggen sie hier.

 
Tag 9: Münster-BochumPrint This Post Artikel versenden
von: Tina Julia Zöllner am 01. Juni 2010, 10:58  

prinzipalmarkt-muenster-wikipedia-volker-woelkHohe Erwartungen wurden an die Fahrradstadt Münster gestellt- wie Fahrrad freundlich ist diese Stadt wirklich?

Für sich spricht die Menge an FahrraddfahrerInnen- das sind eine Vielzahl von Menschen unterschiedlichen Alters und vor allem auch unterschiedlichster Berufsklassen. So kann man eben auch Buisnessfrauen/-männer in feinsten Anzügen auf dem Rad strampeln sehen.

Um den Stadtkern selbst gibt es sogar eine Autobahn für FahrradfahrerInnen- ein grüner breiter Streifen, der einen in kürzester Zeit in alle Ecken Münsters führt!- sehr praktisch.

Wenn man durch die Straßen Münsters fährt, dann gibt es Unmengen an Fahrrädern die überall parken -es gibt sogar “Parkwächter” die erklären wo noch Platz ist!

Leider konnten wir nicht lang hier verweilen, sondern machten uns bald auf, um unsere nächste Etappe zu bewältigen: auf nach Bochum!

Da ein Teil der Gruppe bereits vorgefahren ist, bzw. noch nach kommen wollte, fuhren wir mit ganzen 3 Leuten die 80 km ins Ruhrgebiet. Vielleicht lag es an dem einwöchigen Training, oder der Tatsache, das die Wahrscheinlichkeit bei drei RadfahrerInnen deutlich geringer ist, dass  ein Gepäckstück schief hängt, oder ein stiller Busch aufgesucht werden müsste, auf jeden Fall waren wir verdammt schnell unterwegs. Und das obwohl wir stundenlang Nieselregen hatten! Wir sind einfach “voll gut”!

In Bochum wurden wir dann von 2 jubelschreienden Zugfahrerinnen empfangen.

(Foto: Wölk/Wikipedia)

 
Tag 8: Bielefeld-MünsterPrint This Post Artikel versenden
von: Tina Julia Zöllner am 31. Mai 2010, 23:37  

regen-wikipedia-malene-thyssenrechts regen regen regen regen regen und links regen regen regen regen regen: so begrüßte uns der heutige tag als wir aus dem uni  bielefeld-betonblock traten.
so begrüßte uns der heutige tag als wir aus dem uni  bielefeld-betonblock traten.
da heute 2 nach bochum vorfuhren, um die dortigen aktivitäten vorzubereiten, waren es noch 4 tapfere klimaradlerInnen, die sich den Naturgewalten auslieferten. Eigentlich ist Windkraft ja voll cool, und die Windräder auf dem Weg haben kräftig Strom produziert, Aber wenn in die falsche Richtung, also die aus der der Wind kommt fährt, macht es…
Genau, doppelt soviel Spass, wenn man endlich ankommt!
Durch den starken Regen, der uns den ganzen Tag begleitete, erübrigte sich auch die geplante Aktion in Münster. Aber wir haben auch gemerkt, dass eine lange anstrengende Etappe und eine energiereiche Straßenaktion an einem Tag sich nur bedingt ergänzen.
Diesen Lernerfolg setzen wir sofort um (anders als das Bachelorsystem ;-) und legen in Bochum einen Aktionstag ein, anstatt in Essen halt zumachen.
Nachdem wir also heute erschöpft in Münster angekommen sind und spontan bei Marie und Anna duschen konnten und einen heißen Tee bekamen (DANKE!)
sind wir nun im Umwelthaus untergekommen.

(Foto: Malene Thyssen / Wikipedia)

 
Tag 7: Hameln- BielefeldPrint This Post Artikel versenden
von: Tina Julia Zöllner am 29. Mai 2010, 23:36  

Nach einer kurzen Nacht in einem wunderschönen alten Bauernhaus mit wunderbaren BewohnerInnen musste sich die Gruppe teilten. 3 Leute fuhren zurück nach Berlin (sie haben Bachelor!), der Rest machte sich auf nach Bielefeld.In kleinerer Runde führte uns der Weg durch das Weser-Bergland. Bis auf Basti, der machte noch einen Abstecher zurück nach Hameln, um die unangemeldeten Menschenmassen am Bahnhof abzuholen. Auf dem Rückweg brach ihm sein Ventil ab und es sah so aus, als ob er mit dem Zug nachfahren müsste, doch glücklicherweise spendete ein netter Mensch ihm einen neuen Schlauch und er hatte uns in kurzer Zeit wieder eingeholt. Berg auf, Berg ab und wieder Berg auf…oje. Dafür wurden wir mit einer tollen Aussicht und traumhaftem Wetter belohnt. Die Sonne schien den gesamten Tag und bescherte uns eine gesunde Gesichtsfarbe.
Nach gefühlten Hundert Kilometern erreichten wir die schöne Uni im Norden von Bielefeld. Wir staunten nicht schlecht, als wir feststellten, dass die StudentInnen nicht nur über ein Schwimmbad verfügen, sondern auch über ein Arbeitsamt, Restaurant, Supermarkt und Sparkasse sich freuen dürfen. Der reine Wahnsinn. Nachdem wir lecker im Asta Büro kochen durften, guckten wir in der flughafenähnlichen Halle Kurzfilme und schliefen glücklich und zufrieden im Seminar-Bunker ganz ohne Fenster ein.

 
Tag 6: Hannover-HamelnPrint This Post Artikel versenden
von: Tina Julia Zöllner am 28. Mai 2010, 23:33  

klimarad-neu-fwZufrieden und müde haben wir auch den heutigen Tag hinter uns gebracht. Mittlerweile fahren wir im bergigeren Weserland, aber trotzdem sehr schön- bis auf das Atomkraftwerk Grohnde direkt in sichtweite von Hameln.61km von Hannover nach Hameln lagen heute auf unseem Weg, dort haben wir die Innenstadt mit einem Infostand bereichert, Radiointerview gegeben und uns mit lokalen Gruppen ausgetauscht. Vielleicht lag es an Freitag nachmittag, aber die großen Massen schienen von unserem Stand heute nicht angezogen zu werden. Erst als wir mit einem großen Straßenkreidegemälde anfingen wurde es belebter.

Dann waren es nochmal 15km nach Egge, wo wir wiedermal sehr herzlich empfangen wurden von einer Gruppe lieber Menschen, mit dampfenden Abendessen in einen liebevoll hergerichteten alten Bauernhaus. Die Gespräche am Tisch und der frische Salat entschädigten für die nicht enden wollenden Anstiege.Dirk mussten heute wegen einer kaputten Schaltung den ganzen Tag im ersten Gang fahren! Für den guten Zweck hielt er aber durch, auch wenn es zeitweilig wie ein Hamster im Rädchen aussah…

 
Tag 5: HannoverPrint This Post Artikel versenden
von: Tina Julia Zöllner am 27. Mai 2010, 23:07  

hannover-neues-rathaus-wikipediaIst das schön hier! Die HavonnerianerInnen haben nicht nur den größten Stadtpark Europas, sonder auch den einzigen schrägen Fahrstuhl. Dieser befindet sich in einem der prunkigsten Rathäuser die ich je gesehen habe- durchaus zu messen mit den Potsdamer Verständnis von Schlösschen!!"lebender Müllberg"

Die meiste Zeit haben wir uns allerdings heute weder in Schlössern noch in Parkanlagen rumgetrieben, sondern auf dem Marktplatz.

Dort hatten wir eine unglaublich tolle Ausstellung über Klimawandel, dessen Hintergründe und Auswirkungen verständlich auf Aufstellern erklärt. Leider können wir diese Tafeln wegen des fehlenden Autos ja nicht  mitnehmen… .

In Hannover sind wir auf viele Menschen getroffen, die sich schon intensiv mit dem Thema beschäftigt haben und dem entweder kritisch, verneinend oder bekämpfend gegenüber standen. Oftmals gab es auf beiden Seiten “aha” Effekte und durchaus sehr emotionale Geschichten von zum Beispiel einem Kleinbauérn, welcher aus wirtschaftssystematischen Gründen sein Hab und Gut aufgegeben hat. Er meinte in etwa, dass er jegliche solche Aktionen, wie wir sie veranstalten unterstützenswert findet, dies aber voraussetzt, dass jedeR mit sich im Reinen ist, was dieses Thema betrifft.

Nicht zu vergessen ist unsere wiederholte Aktion “lebender Müllberg”. Dazu habe ich folgende Wortfetzen im Kopf: “Mami, sind die tot?”, Was soll DAS denn?”, “das ist n happening”, “…Kunst…”, “Es sieht so aus, als ..[Pause]..wenn das so gewollt wäre”. Selbst die Polizei kam in zivil und fragte, ob es diesen Menschen gut ginge.  Die Aktion fand an einem Ort gegenüber vom Bahnhof am Anfang einer Fußgängerzone statt!

Anschließend an unseren Aktionen fand im Anschluß um 16.30 Uhr eine konsumkritische Stadtführung statt.

Später am Abend gab es mit uns als Gäste angekündigt “im Faust” eine Kurzfilmvorführung zum Thema Klimawandel. Dort erreichten wir nochmal eine Reihe von Menschen und erklärten die Beweggründe unserer Radtour.

Hannover- eine sehr fahrradfreundliche, grüne Stadt.

(SchlossFoto: Wikipedia)

 
Tag 4: Braunschweig-HannoverPrint This Post Artikel versenden
von: Tina Julia Zöllner am 26. Mai 2010, 23:06  

70 Kilometer, die wir souverän durchgezogen haben! Pünktlich mit dem Einsetzen des Regens sind wir dann auch im Umweltbüro von Janun angekommen und haben lecker Spargel gegessen.

Ziemlich müde vielen wir dann aber doch bald ins Bett, welche wir uns in verschiedenen WG´s bauen durften!

 
Tag 3: BraunschweigPrint This Post Artikel versenden
von: Tina Julia Zöllner am 25. Mai 2010, 23:03  

InfostandEin toller Tag! Voller Aktionsdrang ging es ab 16 Uhr auf dem Kohlemarkt in Braunschweig los- wir sind hier und legen es darauf an Aufsehen zu erregen und mit möglichst vielen Menschen in Kontakt zu treten.

Dazu wählten wir neben einem Infostand an dem wir (erfolgreich ;) ) unsere Briefaktion abwickelten noch die Aktion “lebender Müllberg”.  ” Stunden lang lagen 5 von unseren RadlerInnen bespickt mit Abfalltüten und Verpackungmaterial auf dem Asphalt des Marktes rum.  Mal hier, mal dort bestaunten viele Menschen, Groß und Klein, dieses Wirrwarr. Manch einer ging aber auch verträumt weiter durch die angrenzenden Einkaufspassagen…

Dazu wurden Flyer verteilt, die konsumkritische Fakten aufzeigten und die verschiedenen einfachen Möglichkeiten des Einsparens verdeutlichten. Die Reaktionen variierten zwischen entrüstet, wie man so etwas zeigen könne bis hin zu vollem Einverständnis und “das müsste man öfter thematisieren”.

Zu guter letzt kamen dann noch Spenden, womit wir um ehrlich zu sein ja gar nicht gerechnet hatten!

Pressearbeit gab es auch so einiges von einem Radiointerview bis hin zu einem kleinen Artikel unserer Pressemitteilung erschienen in der lokalen Braunschweiger Zeitung!!

Der Abschluss des Tages bildete dann noch ein öffentliches Abendessen mit Lagefeuer auf dem Grundstück der Ökoscouts- Platz für Gespräche und den hungrigen Magen zu füllen!!

Soweit von hier….insgesamt ein gelungener motivierender Tag!!

 
Tag 2: Magdeburg-BraunschweigPrint This Post Artikel versenden
von: Tina Julia Zöllner am 24. Mai 2010, 23:00  

Aufgewacht! 8 Uhr- Regenschauer. Diese sollten uns den ganzen Tag noch Abenteuer bescheren.
Eigentlich wollten wir einen Stop in Helmstedt einlegen, aber dort beschränkten wir uns dann doch nur auf Flyer verteilen, weil wir leider keine Übernachtung gefunden hatten.
Die Strecke bis Helmstedt forderte viele unserer Kräfte, wir bissen uns durch, trotz Gewitter uns Windböen und freuten uns danach über unser vereintes Durchhalten!
Nach Helmstedt fuhren die Meisten von uns mit dem Fahrrad noch die ungeplante 2 Etappe nach Braunschweig-dann aber bei Sonnenschein. Gesamtstrecke 95 km!

Abends wurden wir wieder mal durch eine führsorgliche Gruppe von Menschen der “Ökoscouts” willkommen geheißen!

Tolles Grundstück mit Jurte, Lagerfeuerstelle, Permakulturgarten etc…ganz viel Essen beglückte uns ebenso wie das Bettenlager. Wir sind wohl ziemlich geschafft in Bett gefallen, aber morgen haben wir auch viel vor!!

Unsere Aktion geht aktiv in die Öffentlichkeit auf dem Kohlemarkt, mit Theateraktion, einem Infostand etc und Abends dann öffentlichen Essen zum Fragen beantworten und zum Austausch.

Ich denke ich spreche für Alle wenn ich sage, KLimarad ist anstrengend, aber voll gut!! Die gute Laune ist unbeschreiblich und alle freuen sich auf die nächsten Tage!!

 
Tag 1 nach MagdeburgPrint This Post Artikel versenden
von: Tina Julia Zöllner am 23. Mai 2010, 23:57  

Am Sonntag um 10 Uhr konnte man auf dem Luisenplatz eine Kunst von besonderer Art bestaunen: Wie kann man viel Gepäck möglichst stabil auf dem Fahrrad verstauen?

Allen, die sich nicht mit uns auf dem Weg der ersten Etappe nach Magdeburg begeben konnten sei gesagt: viel Gepäck verstauen ist das Eine, aber damit umgehen können das Andere.

Zumindest sei so viel gesagt, dass auf dem sonnigen Weg hauptsächlich entlang der Bundesstraße verlaufend, so mancher Balanceakt mit Vorfüur-Charakter vonstatten ging.
Unsere zahlreichen aussagekräftigen Plakate veranlasste auch so manchen Autofahrer schon mal zu Hupen, worauf ein fröhliches Klingelkonzert folgte.

Ca. 40 km später, in Brandenburg, trafen wir viele Interessierte auf dem Marktplatz, die nicht nur den Flyer intensiv gelesen haben, sondern sich teilweise sogar in angeregte Gespräche verwickeln ließen- super!

Nach weiteren 10km stiegen wir dann in den Zug, um nach Magdeburg zu fahren. Das Ganze dauerte noch bis in die Abendstunden, bis wir wohlig umsorgt durch liebe Menschen eines Hausprojektes ins Bett (!!) vielen!

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